Royaler Hicks

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Königlicher Haustyrann mit Zwerchfell-Verkrampfung hält Zofe, Köchin und Hofstaat wach. Eine charmantes Ablenkungsmanöver vom Abschied vom Tag.

Die Protagonisten Prinzessin Rosa Klitzeklein beendet ihren Prinzessinnentag mit dem gewohnten Gute-Nacht-Ritual bevor sie sich in ihr höfisches Bett kuschelt. Die auf Zuruf herbeieilende Kammerzofe stillt ihren störenden Durst. Doch dann … Schluckauf! An ruhige und friedliche Abendstunden ist im ganzen Schloss nicht mehr zu denken. Natürlich hat eine ganze Armada von königlichen Bediensteten Mehr oder weniger hilfreiche und wirksame Tipps zum Vertreiben des Schluckaufs. Und so findet das kollektive Bemühen In kollektiven Erfolg. Oder doch nicht?

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Die übersichtliche Handlung wird mit detailreichen und farbenfrohen Bildern kinderleicht nachvollziehbar dargestellt. Die Bilder strotzen von Mimik und Gestik. Eine Dynamik ist spürbar. Die Handlung ist schlüssig. Jeder, den schon mal ein Schluckauf plagte versteht die Not von Prinzessin und Hofstaat und empfindet mit. Das Szenario bietet aber Platz zu Träumen vom eigenen Prinzessinendasein.

Die Hauptakteurin ist mit ihrem Struwelkopf und ihren emanzipiert vorgetragenen Einwänden höchst sympathisch und authentisch. Bei allen anderen Figuren und Szenarien gibt es viele amüsante und charakteristische Details zu entdecken. Aber nicht nur das macht es dem Erwachsenen Vorleser angenehm zu lesen.

Die lebendige Sprache ist verständlich aber nicht zu einfach. Eingeschobene Nebensätze garnieren die altersangemessene Sprache und fördern aber das Sprachvermögen.

Der Stil der Bilder wechselt zwischen ganzseitigen Momentaufnahmen, Bildfolgen und Entdecker-Gruppenbildern der Schlossbevölkerung. Die Bilder sind jeweils passend sprachlich umgesetzt. Die Prinzessin spricht und tönt überwiegend in Sprechblasen. Sie hebt mit diesem Stilmittel trotz ihrer klitzekleinen Königlichkeit ihre Bedeutung gegenüber dem stillen Hofstaat hervor. Der Detailreichtum der farbenfrohen Zeichnungen weckt aber auch bei wiederholtem Lesen Neufierde. Genaues Hinsehen lohnt sich!

Der Gesamteindruck

Der erste Eindruck war sehr positiv. Der Zeichenstil hebt sich vom Einheitsbrei ab. Er bleibt auch beim ersten Lesen uneingeschränkt positiv. Denkt man über die Hofierung des hicksenden Zwerges nach, entsteht der Eindruck eines Haustyrannen, dem alle nach der Nase tanzen. Ein Zustand, den es in unseren heimischen Gefilden zu vermeiden gilt. Aber auch kleine Haustyrannen können charmant sein. Und so bleibt von der Hicks-Tyrannei, wie auch von meinen Kindern spätestens, wenn sie friedlich schlafen zu guter Letzt nur ein „wie süß“ übrig.

Wir empfehlen deshalb dieses sehr gute Buch, dass sich für alle lohnt, die sich an Illustrationen mit Liebe zum Detail erfreuen können.

Diese Rezension erschien zuerst auf buecherkinder.de

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Bibliografie

Autor und Illustration: Nina Dulleck
Titel: Die Schluckauf-Prinzessin
Art: Hardcover im Format 238 x 307 mm
Umfang: 32 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer, Fischer Frankfurt/Main
erschienen: im Mai 2014
ISBN: 978-3737351140
Preis: 14,99€

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